Annabelle Gosewisch

Foto von Annabelle Gosewisch mit Text "Kommunikative Troubleshouterin"

Reliability Engineer
Baker Hughes

Akademischer Abschluss:
Diplom Ingenieurin (FH)

Studiengang:
Elektrotechnik im Praxisverbund

Hochschule:
Hochschule Hannover

Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Ich heiße Annabelle Gosewisch, bin 37 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder (4 und 7 Jahre) und arbeite seit 2002 bei Baker Hughes.

Was haben Sie vor dem Studium gemacht?

Am Gymnasium Walsrode habe ich mein Abitur gemacht (LK Physik und Chemie).

Warum haben Sie sich für das Studium entschieden?

Während meiner Schulzeit war ich schon immer an Physik und Mathe interessiert. Einen großen Beitrag dazu haben meine tollen Lehrerinnen und Lehrer geleistet. Ich hatte Spaß an Fächern wie Physik, Mathe und Chemie. Hinzu kommt, dass mein Papa zu Hause alles selber macht und ich oft mit ihm in der Werkstatt stand. Somit stand für mich dann in der Oberstufe fest, dass ich etwas Naturwissenschaftliches studieren möchte. Zur Auswahl stand für mich Physik oder Elektrotechnik. Die Entscheidung fiel letzten Endes auf E-Technik, weil ich hier die Möglichkeit hatte, ein duales Studium zu absolvieren. Mich hat das Konzept des dualen Studiums sehr angesprochen. Somit habe ich parallel zum Studium bei Baker Hughes in Celle eine Ausbildung zur Mechatronikerin gemacht.

Was war das Beste an Ihrem Studium? Was war Ihr Lieblingsfach oder Lieblingsprojekt?

Ich fand besonders gut, dass wir die Theorie praxisnah gelernt haben, was natürlich durch meine parallele Mechatronik-Ausbildung bestärkt wurde. Spaß gemacht hat mir weiterhin Physik, aber auch die Programmier-Fächer, was ich bis dato noch nie gemacht hatte.

Würden Sie den Studiengang nochmal studieren und wenn ja, warum?

Ja, ich würde den Studiengang nochmal studieren und auch in der Konstellation mit dem Praxisverbund. Die Arbeit, die man in dem Bereich macht, ist vielseitig und die Karriere kann in verschiedene Richtungen gehen.

Wie war Ihr Berufseinstieg?

Nachdem ich die Diplomarbeit in dem Baker Hughes Technology Center in Houston geschrieben habe, wurden mir um die zehn interne Jobs angeboten. Ich hatte also die Qual der Wahl und habe mich entschieden, noch zwei weitere Jahre in der Elektronikentwicklung in Houston zu arbeiten. Dort hatte ich auch meine Diplomarbeit geschrieben, sodass der Einstieg einfach war.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Derzeit arbeite ich in der Reliability Abteilung für Service Delivery und bin für verschiedene Produkte verantwortlich, die über Tage am Bohrturm eingesetzt werden. Wenn die Kolleg_innen, die am Bohrturm arbeiten ein fehlerhaftes Werkzeug haben und bei der Fehleranalyse nicht weiterkommen, melden sie sich und ich unterstütze zunächst per Skype oder Email. Gegebenenfalls wird das defekte Teil dann zu mir nach Celle geschickt und ich kann weitere Analysen machen. Ich decke Fehlertrends auf und initiiere dann ein Projekt, um den Fehler auszubessern. Um die Kolleg_innen weltweit über Probleme zu informieren oder anzuweisen, wenn etwas ausgetauscht werden muss, schreibe ich sogenannte Technical Bulletins, die global verteilt werden. Da wir eine amerikanische Energy Technology Company sind, findet die meiste Kommunikation in Englisch statt. In meinem Büro z.B. sitzen acht Kolleg_innen aus sieben verschiedenen Ländern. Die Zusammenarbeit in dem internationalen Team macht riesig Spaß.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job besonders gut?

Ich habe mit Kolleginnen und Kollegen weltweit Kontakt und darf ihnen helfen, wenn sie technische Probleme haben, die sie selbst nicht lösen können. Die Arbeit ist vielseitig, mein Team ist sehr divers und ich lerne immer noch jeden Tag etwas dazu. Super ist auch, dass ich flexible Arbeitszeiten habe und ich bei Bedarf Home Office machen kann, um Familie und Beruf gut unter einen Hut zu bekommen.

Was sind Ihre beruflichen Ziele für die kommenden Jahre?

In den kommenden Jahren möchte ich technische Expertin auf gewissen Produkten werden und längerfristig stelle ich mir wieder eine Lead Position, mit Personalverantwortung vor.

Welche Tipps haben Sie für zukünftige MINT-Studierende?

Habt Spaß an dem, was ihr macht! Sucht euch produktive Lerngruppen, versucht nahe an der Praxis zu sein, z.B. über zusätzliche Praktika, Nebenjobs, Einsatz an der Hochschule. Das wird euch den Berufseinstieg erleichtern.


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