Laura Deckmann-Zeipert

Foto von Laura Deckmann-Zeipert mit Text "Anpackerin"

Projektmanagerin
Siemer Verpackung GmbH

Akademischer Abschluss:
Bachelor of Engineering

Studiengang:
Lebensmittelverpackungstechnologie

Hochschule:
Hochschule Hannover

Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Ich bin Laura und arbeite bei der Siemer Verpackung GmbH in Hannover, meinem Heimat- und Studienort.

Was haben Sie vor dem Studium gemacht?

Ich bin gelernte Physiotherapeutin und habe zehn Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Menschlich und fachlich war das sehr spannend und ich habe viele positive Erfahrungen gesammelt, die ich wirklich nicht missen möchte. Dennoch habe ich nach zehn Jahren gemerkt, dass es Zeit für etwas Neues wird. Ich habe begonnen mich umzusehen und habe die Verpackungsindustrie gefunden.

Warum haben Sie sich für das Studium entschieden?

Ich wollte in den technischen Bereich, weil ich mich schon zu meiner Schulzeit dafür interessiert und dort eine Zukunft für mich gesehen habe. Ich habe mir viele verschiedene Berufsfelder angeschaut und bin auf den Studiengang Lebensmittelverpackungstechnologie gestoßen – einen Beruf, den ich so erstmal gar nicht auf dem Radar hatte. Der technische und naturwissenschaftliche Hintergrund hat mich begeistert. Chemie fasziniert mich, daher war dieser Studiengang perfekt.

Was war das Beste an Ihrem Studium? Was war Ihr Lieblingsfach oder Lieblingsprojekt?

Generell wird einem im Studium eine Unmenge an breit gefächertem Wissen vermittelt. Im Gegensatz zur ‒ übrigens hervorragenden ‒ Ausbildung lernen wir im Studium nicht nur die fachlichen Fähigkeiten, sondern vor allem ein anderes Denkverhalten und neue Herangehensweisen an Problemstellungen. Dadurch hat sich mein Denkmuster innerhalb des Studiums stark verändert, hin zu lösungsorientiertem, effektiverem Denken. Das war für mich sehr bereichernd, auch privat. Ansonsten haben mir die Praxisprojekte sehr gefallen und die verpackungsspezifischen Vorlesungen sowie der starke Bezug zur Naturwissenschaft.

Und ‒ natürlich ‒ die Verpackungen selbst: Jeder benutzt sie, aber niemand kennt die einzelnen Produktionsschritte und weiß, wie viele Menschen an Entwicklung, Gestaltung, Planung und Produktion einer scheinbar so einfachen Sache wie einer Faltschachtel beteiligt sind. Mit dem Blick hinter die Kulissen sieht man, wie die Arbeitsschritte hier ineinandergreifen und wie komplex die Anforderungen und Vorgänge wirklich sind.

Das war faszinierend und das Thema begeistert mich bis heute.

Würden Sie den Studiengang nochmal studieren und wenn ja, warum?

Ja, auf jeden Fall! Das Studium war herausfordernd, aber ich würde mich immer wieder dafür entscheiden. Da ich aus einem ganz anderen Berufsfeld kam, musste ich relativ viel auf- und vor allem wiederholen. Mein Hintergrund war halt ein anderer als bei den Studierenden, die direkt vom Abi kommen. Was geholfen hat: Ich war ehrgeizig und für mich war klar, dass ich 200 Prozent gebe und das Studium voll durchziehe. Es war anstrengend, aber es hat sich gelohnt.

Wie war Ihr Berufseinstieg?

Ich habe meine beiden Praxissemester hintereinander bei Siemer absolviert und auch meine Bachelorarbeit im Unternehmen geschrieben. Als mir im Anschluss eine Stelle angeboten wurde, bin ich direkt hiergeblieben und habe das Qualitätsmanagement aufgebaut.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job besonders gut?

Oh, viele Aspekte. Ich arbeite sehr organisiert, strukturiert und lösungsorientiert, das schätze ich sehr. Ein Beispiel: Bei Problemen geht es nicht um Schuld. Wichtiger als das «Wer war’s» ist doch die Frage, wie diese Probleme passiert und künftig zu vermeiden sind ‒ für so etwas bin ich im Qualitätsmanagement, diese Denkweise vermittle ich gerne.

Über den Bereich QM hinaus bin ich für die Kundenbetreuung zuständig, kalkuliere Angebote, betreue Praktikant_innen und Auszubildende, organisiere soziale Aktivitäten und bin, wie gesagt, als Projektmanagerin tätig. Diese Vielfalt macht mir Spaß. Ich liebe die Abwechslungen und Herausforderungen, die meine Arbeit mit sich bringt.

Nicht zuletzt Dank meines Studiums kann ich in sehr vielen verschiedenen Stellen im Unternehmen eingesetzt werden. Manchmal kann es schon etwas stressig werden, aber so ist jeder Tag interessant. Bei Siemer ist es zudem ein tolles Miteinander, ich fühle mich hier sehr wohl. Deswegen bin ich auch hier geblieben.

Was sind Ihre beruflichen Ziele für die kommenden Jahre?

Das Wichtigste für mich in dieser Firma ist es, noch viel mehr Fachwissen aufzubauen. Ich will alle Maschinen viel besser kennenlernen, immer tiefer in die Prozesse einsteigen, mehr Input bekommen, um mich persönlich zu verbessern und auch den Betrieb voranzubringen. Das ist mein Ziel. Mir geht es nicht um bestimmte Positionen. Ich arbeite so, wie ich es wollte. Ich habe studiert, um einen coolen Job mit fairen Arbeitsbedingungen zu haben und das genau habe ich hier gefunden.

Welche Tipps haben Sie für zukünftige MINT-Studierende?

Schau dir deine Stärken an und finde heraus, was du besonders gut kannst und was dich wirklich interessiert. Lass dich nicht verunsichern, sondern höre auf dich. Suche dir erreichbare Ziele und setz dann alles daran, diese auch tatsächlich zu erreichen. Und nimm dir ausreichend Zeit, um dich zu orientieren. Praktika sind perfekt, um einen Einblick zu bekommen. Informiere dich im Vorfeld, damit du dir dann sicher mit deiner Studienwahl bist. Du musst nicht alles wissen, aber wissbegierig solltest du sein.


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