Maren Lena Sandner

Foto von Maren Lena Sandner mit Text "Detektivin"

Software Engineer/Backend Developer(in)
Graphmasters GmbH

Akademischer Abschluss:
Master of Science

Studiengang:
Angewandte Informatik

Hochschule:
Hochschule Hannover

Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Hallo, ich bin Maren Sandner, 24 Jahre alt und ich bin Software-Entwicklerin, genauer gesagt Backend Developer(in). Ich bin für die Lösung komplexer Navigations-Probleme zuständig und arbeite in einem kleinen Team in dem Unternehmen Graphmasters, um das ständige Stauproblem auf unseren Straßen zu lösen und die CO2-Emissionen zu senken. Aber um es besser zu beschreiben: Ich sitze den Tag über an meinem Rechner und versuche ihm zu erklären, wie er sich zu verhalten hat und zwischendurch macht er auch mal das, was ich ihm sage. Die meiste Zeit spiele ich aber eher Detektivin und versuche Fehler zu finden, die ich selbst geschrieben habe.

Was haben Sie vor dem Studium gemacht?

Ich habe mein allgemeines Abitur im sprachlichen Bereich gemacht und bin dann direkt Studieren gegangen.

Warum haben Sie sich für das Studium entschieden?

Technik hat mich neben vielen anderen Dingen schon immer interessiert und mein Vater ist selbst Programmierer, deswegen hatte ich schon vor dem Studium einen kleinen Einblick in das Berufsfeld. Ich war mir trotzdem nicht ganz sicher, was ich nach meinem Abitur machen wollte, besonders weil mir der Bereich Lehre immer im Kopf rumschwirrte. Ich habe dann versucht, einen Ausbildungsplatz als Fachinformatikerin zu bekommen, wurde dort aber nicht fündig und habe mich dann einfach für das Informatikstudium entschieden und bin ins kalte Wasser gesprungen. Ich habe mir gedacht, dass ich danach immer noch in die Lehre gehen kann, wenn ich das möchte und so erstmal die richtigen Inhalte kennen lernen kann.

Was war das Beste an Ihrem Studium? Was war Ihr Lieblingsfach oder Lieblingsprojekt?

Ein besonders schöner Teil meines Studiums war die Hochschule selbst mit ihren außerordentlich engagierten Lehrkräften und den kleinen Kursgrößen (in den Bachelor-Vorlesungen waren eigentlich nie mehr als 50 Studierende, im Master sogar nur um die 20), die zusammen ein sehr schönes Lernumfeld geschaffen haben. Mein Lieblingsprojekt im Bachelor war das freiwillige, internationale Bachelorprojekt im 4. Semester, wo wir mit einer Gruppe Studierender der Grand Valley State University (Grand Rapids, Michigan, USA) über das Semester hinweg zusammen programmiert haben und dann zu ihnen geflogen sind, um das Projekt abzuschließen. Ich habe dadurch großartige Menschen kennen gelernt, meine Programmierkenntnisse erweitern können und einen Einblick in das Leben von amerikanischen Studierenden bekommen und dadurch auch unsere Ausbildung zu schätzen gelernt. Im Master war mein Lieblingsfach «Programmierparadigmen», weil wir dort einmal über den Tellerrand der bekannten Programmiersprachen hinweg geschaut haben und viele neue Methoden und Sprachen kennen gelernt haben.

Würden Sie den Studiengang nochmal studieren und wenn ja, warum?

Definitiv! Ich bin absolut zufrieden mit meinem Studium, trotz der Höhen und Tiefen und der komplexen Inhalte, einfach weil ich das Thema vom ersten Tag an spannend fand und mich jetzt eigentlich täglich freue, wenn ich an meinem Schreibtisch sitze und einfach programmieren und das anwenden kann, was ich im Studium gelernt habe.

Wie war Ihr Berufseinstieg?

Sehr gut. Ich habe dank meiner großartigen Studienberaterin schnell und gut vorbereitet mein erstes Bewerbungsgespräch gehabt und die Firma hat so gut zu mir gepasst (und hat das andersherum auch so gesehen), dass ich direkt dortgeblieben bin. Die ersten Wochen waren zwar etwas beängstigend und sehr fordernd und ich bin nach der Arbeit direkt ins Bett gefallen, jetzt bin ich aber fast aus meiner Probezeit heraus und inzwischen hat sich alles gut eingependelt und ich bin sehr zufrieden, wie gut alles funktioniert hat.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?

Ich bin Software-Entwicklerin, daher besteht mein Tag zu 90 % aus Denken und 10 % wirklichem Programmieren. Wir haben bei uns sehr flexible Arbeitszeiten, ich bin aber meistens um halb 9 auf der Arbeit und damit eine der Ersten und kann dann erstmal mit einer schönen Tasse Tee in Ruhe an meinem aktuellen Projekt weiter knobeln. Dann trudeln so langsam meine Kolleginnen und Kollegen ein, wir haben Besprechungen über den aktuellen Stand unserer Projekte, tauschen Ideen aus, helfen uns gegenseitig bei Problemen und dann programmiere ich weiter bis es irgendwann in die Mittagspause geht. Wir haben ein sehr familiäres Verhältnis in unserem Unternehmen, daher versuchen wir immer irgendwie zusammen zu essen. Und danach arbeite ich weiter an meinem Projekt bis ungefähr 17 Uhr. Wenn ich zwischendurch eine Pause und Abstand von meiner Aufgabe brauche, setze ich mich mit anderen Kolleginnen und Kollegen zusammen und versuche entweder ihnen zu helfen (letztens durfte ich der Marketing-Abteilung beim Bau einer Legostadt helfen) oder gehe etwas an die frische Luft.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Job besonders gut?

Meine Kolleginnen und Kollegen sind wunderbar. Wir sind uns alle sehr ähnlich, da wir alle idealistisch sind und hinter unserem Unternehmen und dessen Ziel stehen. Man kann sich auf jeden verlassen und bekommt immer Hilfe, wenn man sie braucht. Dazu läuft alles auf Vertrauensbasis, von Arbeitszeiten über Projektdurchführung bis zur Urlaubsplanung, was unglaublich angenehm ist. Was mir auch sehr gut gefällt ist, dass ich jeden Tag das Gefühl habe, dass sich mein Studium gelohnt hat und ich die Dinge endlich anwenden kann, die ich 6 Jahre lang gelernt habe.

Was sind Ihre beruflichen Ziele für die kommenden Jahre?

Ich spiele mit dem Gedanken in ein paar Jahren, wenn ich mehr Berufserfahrung gesammelt habe, wieder an meine alte Hochschule zurückzugehen und neben meinem normalen Job Gastvorträge zu halten und als Dozentin zu lehren. Vielleicht habe ich dann auch Lust zu promovieren und vollends in die Professur zu gehen, um auch anderen jungen Frauen gegenüber ein Vorbild sein zu können. Das fehlte mir leider in meinem Studium. Erstmal bin ich aber sehr zufrieden mit meinem Job als Software-Entwicklerin.

Welche Tipps haben Sie für zukünftige MINT-Studierende?

Keine Angst vor der Mathematik! Und generell vor keinen anderen Themen im technischen Bereich. Auch wenn man von sich denkt, dass man nicht besonders gut in bestimmten Fächern ist, wenn einen das Thema wirklich interessiert und man weiß, warum man etwas lernt, dann geht das viel leichter als man denkt. Man muss kein hochbegabtes Genie sein, um ein technisches Studium zu schaffen, normale Menschen wie du und ich schaffen das auch. Man muss es nur wollen und etwas Selbstdisziplin haben.


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